Der Nah-Ost Konflikt und die Regression der deutschen Linken

Die sog. „Offensive“ der israelischen Armee im Gazastreifen geht in die zweite Woche. Und seit Heute Abend wird nicht mehr nur aus der Luft aus angegriffen, die israelische Armee hat mit der Bodenoffensive begonnen und rückt in den Gazastreifen vor.
Seit dem beginn der Operation sind die „Anti-Deutschen“-Deutschen auch wieder ganz vorne mit dabei, die Motivation ist groß. So führten die Israelultras von der Antifa Mönchengladbach schon am 27. Dezember eine Spontan-Demo für den Krieg durch, als ob Israel auf die Unterstützung von einer so selbstverliebten, wie unbedeutenden Sekte angewiesen wäre. Am 2. Januar führte die selbe Gruppe eine weitere Spontan-Kundgebung in der Mönchengladbacher Innenstadt durch. Dabei wurden die „Israelsympathisanten“ völlig überraschend von einer Gruppe Jugendlicher Angegriffen. Meinungsverschiedenheiten sollten sicherlich nicht durch körperliche Auseinandersetzungen ausgetragen werden, aber wundern sollten sich die Beteiligten nunmal auch nicht, war das Ziel ihrer Aktion doch ganz klar Provokation. Auch hier zeigt sich wieder einmal ein markanter Fehler der Antideutschen Sichtweise: Sie macht aus dem eigenen Hintergrund und politischer Position eine universelle. Und eben das ist ihr Problem: Es gibt eben Menschen auf der Welt die sich solidarisch mit den Palestinänsern und das nicht weil diese Leute alles jüdische auf der Welt vernichten wollen, sondern weil sie einen anderen Hintergrund haben und eben nicht deutsch sind. Ob das nun schlecht ist und inwiefern solche Kollektive zu kritisieren sind ist eine andere Frage, doch es muss erst einmal anerkannt werden das es solche Positionen nun einmal gibt und das das Schwenken von Nationalfahnen ganz bestimmt keine angebrachte Kritik ist sondern lediglich eine billige Provokation der anderen Seite darstellt.
Nun hat es besagt Gruppe aber bei den zwei Spontan-Aktionen aber nicht belassen können und musste für den 3.2, an jenem Tag waren in mehreren deutschen Städten Demonstrationen von den Pälestinensischen Gemeinden angekündigt, so auch in Düsseldorf, zu Gegenaktionen aufrufen. Der Aufruf der Antifa MG bezeichnet die Demo zwar vollmundig als antisemitisch und antizionistisch, beweist dies aber weder durch zitieren aus diesem Aufruf noch wird dieser als Quelle angegeben. Das ist keine politische Arbeit sondern eine dilettantische Selbstproduzierung. Aber eigentlich reicht auch schon der erste Satz des Aufrufes um diesen Inhaltlich zu disqualifizieren dieser lautet nämlich: „SOLIDARITÄT MIT ISRAEL___BIS ZUM KOMMUNISMUS!!!!!! “. Das Beweist wieder mal das beschränkte Weltbild der sog. „Anti-Deutschen“: Solidarität mit Israel bringt uns also dem Kommunismus näher, ja fragt doch mal eure israelischen GenossInnen was die davon halten, wahrscheinlich nicht viel. Und die israelischen GenossInnen sind alles, aber ganz bestimmt keine Antisemiten.
Diese Abhandlung anhand der Aktivitäten der Antifa MG sind rein exemplarisch, es gibt einige vergleichbare Gruppen sowie Blogger die ähnlichen Quark produzieren. Die Flyer der Antifa MG landete im AZ Mülheim übrigens an prägnanter Stelle: In der Toilette. Von den Aufgehängten Exemplaren hingen am Ende des Abends auch weniger als die Hälfte noch. Immerhin scheint die Szene hier doch nicht so unreflektiert unkritisch zu sein, wie es oftmals scheint. Manchmal geht es eben einfach zu weit.


9 Antworten auf “Der Nah-Ost Konflikt und die Regression der deutschen Linken”


  1. 1 ein name wie von indymedia 04. Januar 2009 um 3:56 Uhr

    Und die israelischen GenossInnen sind alles, aber ganz bestimmt keine Antisemiten.

    Weil? Juden?

  2. 2 phex 04. Januar 2009 um 20:32 Uhr

    Solidarität mit Israel bekunden verdient also auf die Fresse und dass Leute Solidarisch mit den Palästinensern sind ist das normalste von der Welt?
    Hast du dir mal angeschaut wie die Demos aussehen von den Leuten welche einfach nur solidarisch sind mit den Palästinensern aber bestimmt nichts gegen ISrael haben?
    http://waiting.blogsport.de/2009/01/04/there-goes-the-dog-in-the-pan-crazy/

  3. 3 hui 05. Januar 2009 um 17:50 Uhr

    danke, der beitrag war mehr als angebracht

  4. 4 hui 05. Januar 2009 um 17:52 Uhr

    Danke, dieser Beitrag ist gut!

  5. 5 ich klau euch die arbeitsplätze 05. Januar 2009 um 23:48 Uhr

    Für mich besagt der Satz „Solidarität mit Israel bis zum Kommunismus“ nicht mehr, als das es im Kommunismus kein Israel mehr zu geben braucht. Auch wenn man den Satz rückwärts liest finde ich nirgendwo die vom Verfasser angegebende Aussage. Aber schon erbärmlich wie Leute Übergriffe, wie dargestellt, verharmlosen. Man muss halt damit rechnen, auf Grund des Tragens eines Israel Button zusammen getreten zu werden.
    @ hui: warum zweimal posten?? Damit der Eindruck entsteht, dass viele menschen diesen Schwachsinns Artikel gut finden??

  6. 6 LOL 06. Januar 2009 um 0:37 Uhr
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